Montag, 10. April 2017

Leseprobe: Der Asteroid ist noch das kleinste Problem - Katie Kennedy



Ein Asteroid rast auf die Erde zu. Ein großer und ziemlich gefährlicher. Vielleicht nicht unbedingt einer von der Sorte „Ich-töte-alle-Dinosaurier", aber zumindest einer in Richtung „Ich-lösche-ganz-Kalifornien-aus-und-zerstöre-Japan-mit-einem-Tsunami". Yuri, Physikgenie, soll zusammen mit einem Team von Superhirnen aus der ganzen Welt diese Katastrophe verhindern. Die gute Nachricht ist: Yuri weiß, wie er den Asteroiden stoppen kann. Die schlechte Nachricht: Er ist gerade mal 17, und keiner seiner Kollegen nimmt ihn so richtig ernst. Schließlich haben sie länger Physik studiert, als er überhaupt auf der Welt ist. Doch von einer Sekunde auf die andere scheint der Asteroid nicht mehr Yuris größtes Problem zu sein, denn er lernt Luna kennen. Ein Hippie-Mädchen, das ihm zeigt, wie das Leben aussehen kann, wenn man nicht als Genie auf die Welt gekommen ist und mit 12 seinen Schulabschluss gemacht hat. Sie nimmt ihn mit ins Leben und zeigt ihm, wie schön es sein kann …


Das Cover gefällt mir sehr gut. Die Schrift ist verspielt und erweckt einen jugendlichen Eindruck. Die dunkelblaue Farbe und die vielen kleinen weißen Punkte zusammen mit dem herzförmigen Planeten versetzen den Betrachter sofort ins ferne All. Wenn man das zusammen mit der Inhaltsangabe sieht, passt es perfekt zu diesem Buch.


Für die Plattform Netgalley habe ich die Leseprobe zu diesem Roman gelesen. Sie beinhaltet die ersten Kapitel des Buches. In ihnen geht es um Yuri Strelnikov, ein russisches Wunderkind, das mit 17 Jahre bereits einen Doktortitel hat und sich auf Antimaterie spezialisiert hat. Er soll helfen den Einschlag des Asteroiden BR1019 am 09. Juni zu verhindern. Dazu bleiben ihm und seinen Kollegen des Near-Earth-Object-Programms der NASA nur wenige Tage Zeit.

Er wird nach Amerika ins Jet Propulsion Labor in Pasadena verfrachtet und muss sich dort mit Zach Simons und Bruce Pirkola herumschlagen, die mit ihm ein Team bilden. Sie müssen versuchen ihren Part zu erfüllen, kommen jedoch zu komplett unterschiedlichen Lösungsansätzen.

Um das Ganze nicht allzu verstaubt wirken zu lassen streut die Autorin schon ziemlich am Anfang ein Kapitel ein, in dem Yuri ein sehr nettes Mädchen trifft. Dieses taucht danach aber in der Leseprobe nicht mehr auf, es geht vielmehr um Yuri selbst und die Wissenschaft. Manch einem wird das bestimmt zu trocken sein.

Der Schreibstil der Autorin gefiel mir ganz gut. Ich hatte keine Schwierigkeiten die wissenschaftlich angerissenen Details zu verstehen. Es hätte mir allerdings noch besser gefallen, wenn die Geschichte aus Yuris Sicht geschildert worden wäre. Der allwissende Erzähler kommt etwas hölzern rüber. Besonders charmant fand ich die kleinen russischen Sprachfehler, die die Autorin eingebaut hat. Das macht Yuri sympathisch und auch menschlicher. Über einen lustigen Textausschnitt musste ich sogar schallend lachen:
"Seine Worte hingen in der Luft,
als würde die Schwerkraft bei blöden Bemerkungen nicht wirken."
Yuri als Hauptcharakter erinnert mich stark an Sheldon Cooper, auch wenn er nicht so spleenig ist. Menschen mit besonderen Begabungen sind eben oft anders als der Durchschnitt, und diesen Eindruck vermittelt die Autorin auch direkt.


Die Leseprobe hat mich neugierig gemacht. Den Schreibstil fand ich jedoch etwas holprig und irgendwie bin ich nicht richtig mit Yuri warm geworden. Eine Leseprobe vermittelt natürlich nur einen ersten Eindruck vom Buch. Daher kann ich nicht sagen wie sich das Buch noch entwickeln wird. Auf jeden Fall würde ich mir das Buch nach dem Lesen der Leseprobe nicht direkt kaufen. Es ist okay, aber haut mich nicht um. Vielleicht werde ich es mir später einmal holen.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen